Die gelbe D-S 22

9.6.2002
Vor ein paar Tagen habe ich meine zweite D-S 22 bekommen. Dies sind die ersten Bilder.
9.6.2002
Heute gehts auf den Flugplatz zum Fototermin - zum Dokumentieren und Vorzeigen ;-)
27.7.2002
Die Aluschellen vom linken Kufenrohr wurden nachgebogen und wieder befestigt, damit sich das Rohr nicht mehr dreht. Die alten Servohaltebrettchen (für Linearservos) habe ich entfernt. Die Rumpfinnenseiten im Servobereich reinigte ich mit Nitroverdünnung (Kleberreste, Öl). Dann habe ich neue Servohalter für Graupnerservos entworfen, angepasst und eingebaut. Die Servohalter sind mit Alkyfix gelb gestrichen (hoffentlich spritfest). Am Heckrotor musste ein defekter Kugelkopf ausgetauscht werden. Ein Paddel hat ein ausgedrehtes Gewinde für die Sicherungsschraube. Deswegen habe ich zwei Paddel von einem anderen Kopf entlackt, poliert und hier angebaut. Die Paddelstangenlager wurden gereinigt und gefettet, neue Rotorblätter gewuchtet und montiert und schließlich die Tankleitung ersetzt. Neue Servos (3x Graupner 4041, 1x Graupner 577), ein neuer Empfänger Graupner C16 und ein neuer Akku 4x Sanyo KR-1800 SCE vervollständigten die Wiederherstellung der Flugbereitschaft. Jetzt noch den Sender programmiert, die Servowege eingestellt und die Glühkerze geprüft. Motor und Getriebe drehen sauber durch.

28.7.2002
Auf dem Flugplatz :
Erst mal tanken (12% Carbulin). Oh-oh, der Tank ist nicht ganz dicht (tropft). Da der Vergaser nicht einsehbar ist, stecke ich einen Kabelbinder hindurch, um festzustellen, in welche Richtung Vollgas ist : in alle Richtungen! Das Vergaserküken bewegt sich nicht, der Hebel ist lose.
Das wars, noch ein paar Fotos machen und wieder einpacken.

4.8.2002
Daheim werden Chassis mit Getriebe und Motor aus dem Heli ausgebaut. Die Rotorwelle ging schwer raus, ist wohl nicht ganz glatt.
Lufthutze und Motor abgebaut. Getriebe verliert oben an der Schraube hinter der Hauptrotorwelle Öl. Getriebe, Chassis und Lufthutze mit Nitroverdünnung gereinigt. Achtung : das Getriebe sollte man sofort wieder mit Sprühöl einölen, es bekommt sonst weiße Flecken.
Der Motor ist ein Veco 61, SN 003373. Das Vergaserküken sitzt fest und lässt sich auf die Schnelle nicht lösen. Ein Vergaser vom OS 60 FP passt nicht in die Bohrung. Von einem HB-Motor (Gazelle Nr. 3) habe ich einen Perryvergaser ab- und auf den Veco-Motor draufmontiert. Leider passt die verlägerte Düsennadel nicht (Spezialumbau). Wegen der Anlenkkugel wurde wieder der alte Drosselhebel motiert, das Loch im anderen Hebel ist zu klein.
Das Chassis mit Motor, Lufzhutze und Getriebe wird wieder auf das Landegestell montiert. Dazu kommt ein Brett mit Tank, Servo, Empfänger und Akku ("Prüfstand" von der weißen D-S). Damit geht es auf den Flugplatz. Tanken, Sender an, Akku anschließen und Kerze bestromen. Jetzt kommt der große Moment : Anlasser in den Keilriemen, kräftig spannen und los! Schon nach wenigen Umdrehungen kommen die ersten Zündungen. Etwas mehr Gas und der alte Motor läuft. Mit 3 Umdrehungen der Düsennadel zwar noch deutlich zu fett, aber bei zwei Umdrehungen geht er dann gut. Nur laut ist die Sache, der Auspuff ist nicht mehr als ein solcher - von schalldämpfen ist wenig zu bemerken. Und Öl drückt es aus allen Ritzen - eine ziemliche Sauerei.

10.8.2002
Das Modell ist wieder komplett. Die Auspuffschelle habe ich mit zwei Blechstreifen unterlegt, vielleicht ist der Flansch dadurch etwas dichter. Der Tank wurde geöffnet und fest wieder zugeschraubt.
Inzwischen ist die dritte D-S 22 22 eingetroffen. Diese ist rot, mit Alu-Kufenbügeln und Positionsbeleuchtung, ohne Motor und RC. Einiges ist zwar verbogen, aber der Rest scheint gut erhalten zu sein.

11.8.2002
Auf dem Flugplatz :
Jetzt brauchts doch einen neuen Tank, der alte war undicht.
Für die ersten Schwebeversuche habe ich dann doch lieber das originale Schwimmergestell montiert - sicher ist sicher. Der Kopf hat zu wenig Pitch, Ich habe die Blätter auf 5,5 Grad hochgedreht. Das funktioniert bis kurz vor Abheben. Dann stellt jedesmal der Motor ab. Der Perry-Vergaser scheint doch nicht das Wahre zu sein. Er wird gegen anderen (noch zu findenden) Vergaser ausgetauscht.
Fazit der ersten Versuche : der Heli scheint beherrschbar zu sein.

8.9.2002
Neue Versuche auf dem Flugplatz, diesmal gut dokumentiert von Sebastian.

28.9.2002
Der Vergaser OS 4D passt vom Innendurchmesser, außen ist er 5/100mm zu groß. Das Exemplar aus der Bastelkiste wird abgedreht, bis es passt. Da die Feder für die Düsennadel fehlt, wird sie durch ein Stück Silikonschlauch ersetzt und die Düsennadel noch mit einem Drahtwinkel verlängert. Um die Lufthutze nicht weiter zu durchlöchern, wird sie gegen eine mit passenden Bohrungen aus dem Fundus getauscht. Jetzt geht die Auspuffschelle nicht mehr an der Anschlagschraube des Vergasers vorbei, hier ist nerviges Einfädeln nötig.

29.9.2002
Auf dem Flugplatz :
Heute habe ich wieder Schwebeversuche gemacht. Der Vergaser ist eingestellt, funktioniert wunderbar. Das Heck reagiert ziemlich heftig und schwankt noch stark. Das Steuergestänge scheint etwas schwergängig zu sein. Auf Nick und Roll ist der Heli beherrschbar. Wegen des recht böhigen und starken Windes habe ich mich nicht höher als einen halben Meter gewagt.
Schließlich ist der Blechstreifen vom Auspuff ist herausvibriert, danach war der Motorlauf nur noch sehr unruhig hinzubekomen.
Insgesamt habe ich heute ca. 250ml "verflogen".

10.11.2002
Auf dem Flugplatz :
Heute liefen die Flugversuche gut. Ich habe ca. 400ml verflogen. Auch mit wenig Wind ist die D-S 22 22 gut zu schweben.

Zu Hause die habe ich Auspuffdichtung erneuert, das nützt aber nicht so richtig was.

1.12.2002
Auf dem Flugplatz :
Nach ca. 5 Minuten Schweben hat sich der Auspuff losvibriert. Der Blechstreifen ist endgültig weg. Mit zwei Schrauben habe ich die Spannung der Schelle erhöht. Aber der Motor war trotz verschiedenster Kerzen und Veragsereinstellungen nur noch mit fast Vollgas zu starten und ging dann gleich wieder aus. Meine Vermutung : Dreck im Vergaser oder in der Spritleitung.

1.1.2003
Der Tank hat ein Sinterpendel, von hier kommt also kein Dreck in den Vergaser. Der Vergaser hat "Durchzug" beim Durchpusten. Die Düsennadeln habe ich nach Hestellerangaben auf Ausgangsposition eingestellt. Als Kerze ist jetzt ein kalter Typ drin, vermutlich Jamara #4.
Testen ist wegen einer Veranstaltung leider nicht möglich.

1.2.2003
Auch beim letzten Test hat der Motor trotz neuer Kerze und "Durchzug" im Vergaser kein verändertes Verhalten gezeigt.
Also : der Motor kommt raus, statt dessen wird ein OS FP 60 eingebaut, der ohnehin schon dafür vorgesehen war. Dazu wird die komplette Mechanik aus dem Rumpf ausgebaut, der alte Motor und die Lufthutze kommen von Chassis herunter. Der neue Motor bekommt ein bereits vorbereitetes Lüfterrad (größere Bohrung) und die Kupplung angebaut. Außerdem wird die nach hinten verlegte Düsennadel wieder am Vergaser montiert. Die Motoreinheit wird mit den Abstandsplättchen auf dem Chassis mit dem Getriebe zusammengesteckt - und passt erwartunggemäß nicht. Der Motor ist breiter und länger als vorgesehen.
Nach Vermessen der Differenzen werden kurzerhand die Chassisbleche, die ohnehin nicht orginal sind, passend zurechtgesägt. Getriebe und Motor wieder daruf - jetzt passts. Noch die Befestigungslöcher für dem Motor anzeichnen, alles wieder auseinander und die Löcher bohren. Jetzt kommt endgültig alles zusammen. Bis auf etwas wenig Platz für den Anlasseriemen passt es auch. Der Einbau in den Rumpf und das Anschließen der beiden Wellen ist zugig erledigt. Aber durch den langen Motor muss die Vergaseranlenkung anders geführt werden, auch der Auspuff ist im Weg. Nach viel Biegerei klappt auch das. Noch den Sender eingestellt und dann auf den Flugplatz.
Und da gehts nicht mehr weiter : der Glühkerzenregler liefert entweder gar keinen Strom oder verdampft gleich die Kerzenwendel. Nach der vierten Kerze gebe ich auf - ich will wieder einen altmodischen Bleiakku, der hat zehn Jahre lang keine Probleme gemacht ...

© Uwe Jantzen 15.3.2014